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Parkour - Was ist das denn?

Bewegungserziehung - Eine Praktikumswoche der 11PE

12PF Sommersportpraktikum Wellenreiten 2011

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Als ich das Wort Parkour hörte, wollte ich sofort wissen was es damit auf sich hat. Da meine Mitschüler genau so neugierig waren beschlossen wir, diesen Trendsport während unserer Projekttage einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.
Zuvor gestalteten wir zwei Sportstunden, um die Grundlagen des Parkour zu erlernen. Ich selber hatte großen Spaß daran über Kästen zu springen und an Wänden entlang zu laufen - ja an Wänden, ihr habt richtig gelesen! Selbst Ihr Mädchen schafft es mit nur wenigen Schritten eine Wand vertikal entlang zu laufen - unbegreiflich aber machbar.

Meine Mitschülerin Annika S. meinte hierzu: „Anfangs hatte ich Angst, dass wenn ich an die Wand springe und mich nicht richtig abdrücke, auf den Boden falle. Als ich es aber einfach ausprobiert habe, wollte ich gar nicht mehr aufhören, weil es so Spaß gemacht hat.”

Nach den beiden “Schnupperstunden” konnte ich erstmals drei Tage vor lauter Muskelkater kaum gehen, geschweige denn laufen: Ein außergewöhnlicher Sport für außergewöhnlich gut versteckte Muskeln. Fasziniert und voller Neugier haben wir uns dazu entschlossen in die Höhle des Löwen zu gehen: nichts Geringeres als ein Workshop bei den Spezialisten im Move Artistic Dome in Köln sollte es sein. Spätestens dort sollte man Angst als Fremdwort betrachten und Mut als ständigen Begleiter bei sich wissen. Mit steigendem Herzklopfen am Move Artistic Dome (MAD) angekommen, mussten wir leider über eine halbe Stunde auf unseren Trainer warten, der wahrscheinlich noch den Dom herunterkletterte und für die Backflips über die Häuserschluchten bis zu uns noch etwas länger als zuvor geplant brauchte - doch das Warten sollte sich lohnen.

Hier ein paar Eindrücke von meinen Mitschülern.
Celina M.: “Der Leiter war nicht so dolle, die Halle war nicht so toll, sonst gut.”
Hanna K.:“Insgesamt war es ganz gut und es war interessant mal auf einem Auto herumzuspringen.”
Patrick R.: “Wir haben viel Neues gelernt, schade war halt nur, dass wir Sachen gemacht haben, die wir bereits in den Schnupperstunden in der Schule gelernt hatten.”
Patrick B.:“Ich fand’s cool, dass wir mal was Neues erlebt haben, war mal was anderes zum normalen Sportunterricht.”

Zur besseren Visualisierung der teilweise sehr schnell und akrobatisch durchgeführten Übungen haben sich einige kranke Mitschüler dazu bereit erklärt, einen begleitenden Film zu erstellen.

Zurück in der Schule, haben wir den ersten Projekttag ausschließlich in der Sporthalle verbracht, um den Parkour für den Tag der offenen Tür zu planen. Fontänengleich sprudelten Ideen aus einigen Köpfen meiner Mitschüler. Frau Happ, Herr Lindner und Herr Kuberski haben uns mit Ihrer Erfahrung und Fachkenntnis bei der Planung unterstützt.
Wir teilten uns in vier Gruppen mit den Schwerpunkten: Präzisionssprung, Kastensprung, Hoch-Tief-Sprung mit Abrollen und “Vor-die-Wand-Laufen”. Jede Gruppe gestaltete eine Parkourstation und aus jedem Team wurde ein Mitglied ausgewählt, das den jeweils anderen die Station erklärte und bei der Durchführung der jeweiligen Übung behilflich war. Durch diese Methode konnte die Gesamtbeurteilung auf eine breite Basis gestellt und konstruktive Kritik sofort umgesetzt werden. Unter anderem führte dies auch dazu, dass die einzelnen Parkour-Stationen in der Sequenz so zusammengestellt wurden, dass ein fließender Bewegungsablauf sichergestellt werden konnte. Durch Teamfähigkeit, Kooperation, Motivation und vor allem viel Engagement ist uns am Ende des Tages ein abenteuerlicher, vielseitiger und flüssig abgestimmter Parkour gelungen.

Zur Vorbereitung des Tages der offenen Tür trafen wir uns am nächsten Morgen zum gemeinsamen Frühstück. Auch an diesem Tag gab es viel Arbeit zu erledigen: Plakate entwerfen, Videomaterial und Musik zu einem actiongeladenen Film zusammenschneiden, Arbeitseinteilung für den Samstag und Planung eines Wettkampfparkours. Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle die speziellen Videoschnittkenntnisse von Herrn Trapp, die es uns ermöglichten einen wirklich coolen und sehenswerten Film zu erstellen.
Bei der Planung des Wettkampfparkour erhielten wir tatkräftige Unterstützung von vier Schülern aus dem 13. Jahrgang, die sich spontan bereit erklärten bei unserer Projektarbeit mitzuwirken, da sie sich zu dieser Sportart speziell hingezogen fühlten und bereits Parkourerfahrungen mitbrachten. Wir bauten unter Anleitung der vier Parkour-Consultants acht Wettkampfstationen, die unseren Adrenalinspiegel in die Höhe treiben sollten, auf. Jetzt wollten wir es wissen und der interne Wettkampf konnte beginnen. Die Jury bestand aus unserer sympathischen und kompetenten Sportlehrerin Frau Happ, aus der erkrankten Schülerin Lisa Z. und einem der vier Jungs aus der 13. Jeder von uns absolvierte eine komplette Parkourrunde und wurde von der Jury mit Punkten von 1-10 bewertet, was schlussendlich in einer “Siegerehrung” gipfelte.

Letztendlich haben dann nach dem Abbau des Parkour noch einige unserer Jungen den geplanten Verfolgungsjagdfilm mit tatkräftiger und motivierender Unterstützung von Herrn Lindner in Angriff genommen. Mit Hilfe von Herrn Trapp wurden die Außen- und Innenaufnahmen gedreht und der Film entlang des Handlungsstranges noch am selben Nachmittag zusammengeschnitten. Jan B. meint zum Film: “Vier Stunden Dreh, vier Stunden schneiden und das Ergebnis: ein sensationeller Film.”
Während die Jungs Ihre Spiderman-Fantasien ausgelebt haben, sind wir Mädels durch die Schule gegangen und haben Werbung für unser Projekt am bevorstehenden Tag der offenen
Tür gemacht.

Nun war es also soweit: Am Samstagmorgen bauten wir den Parkour für unsere Schnuppergäste” auf, richteten den improvisierten “Kinosaal” ein und waren überrascht über das relativ große Interesse an unserem Projekt. Die Jugendlichen tobten sich unter unserer Anleitung aus und deren Eltern fragten Frau Happ und Herrn Lindner “Löcher in den Bauch”.

Alles in Allem war es eine gelungene Veranstaltung mit ausnahmslos positiven Reaktionen, wobei auch unser Film großen Anklang fand und sogar von der Schulleitung gelobt wurde. Wenn sich das große Interesse in den Anmeldezahlen Anfang nächsten Jahres widerspiegeln sollte, dann steht den Sportlehrern der Lore erneut viel Arbeit ins Haus.