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Eine Situationsbeschreibung

Projektwoche im November 2010. Schüler der 12NF und der 12NP bauen ein Luftschiff.
Es soll richtig fliegen und es soll steuerbar sein. Geht das?

Am Anfang steht ein Vortrag zweier Studenten vom „Projekt Windreiter“ aus Düsseldorf. Sie reden über die Physik, über eigene Tests, sagen, wie es geht.
Dann werden Einkäufer losgeschickt: Folie, Stützmaterial und Kleber werden benötigt. In der Zwischenzeit wird gezeichnet und gerechnet - viele Formen und Größen sind möglich. Welches Volumen brauchen wir? Die Physik bleibt gnadenlos: 1 Liter Helium trägt ja nur 1 Gramm Last … Alles klar: Geizen, wenn wir Material verbauen!

Die Folie ist da. Zuschnitt! Bloß kein Loch oder eine Kante, die einreißt. Wir brauchen Platz für drei Gruppen, die parallel arbeiten – ein Team hockt schon auf dem Boden im Sammlungsraum. Ist das hier der richtige Kleber? Wie lange härtet er aus?
Wer jetzt akkurat klebt, wird später mit einer gasdichten Hülle belohnt.

Zwei aus dem Team übernehmen die Dokumentation der Abläufe. Andere werkeln schon am Tragegerüst. Ohne Gerüst ist das Flugobjekt nur eine Art Ballon, in Fachkreisen „Blimp“ genannt. Das Gerüst soll später die Elektronik aufnehmen und halten. Das Tragegerüst besteht aus 100 Trinkhalmen – zugeschnitten, gesteckt, verklebt. 30 Gramm - fest und leicht.

„Die Arbeiten kommen gut voran“. Das ist der Eindruck der beiden Betreuer „Windreiter“ Clemens Mayer und Physiklehrer HD Bernsee.
Es folgen Belastungstests: Das „Objekt der Begierde“ wird mit Luft auf Dichtigkeit geprüft.
Flugprüfung: Wie verhält sich das Luftschiff, wenn man es durch die Luft wirft?
Die Steuerelektronik wird montiert: Empfänger, zwei Propeller, zwei Servos, Akkus.
Zwei Gruppen tüfteln an einem Leitwerk aus Styropor. Kombiniert mit einem Servo entsteht eine Ruderanlage für das Luftschiff. Ohne Stützstreben aus Kunststoff hält das Leitwerk nicht. Hoffentlich wird alles nicht schwerer als berechnet …!
Funktioniert die Fernsteuerung? Wie lange müssen die Akkus ans Ladegerät? … …

Als am Tag der Offenen Tür zum ersten Mal Helium in das Luftschiff einströmt, hebt es eindrucksvoll ab. Der Vortriebpropeller gibt Schub, Auf- und Abtrieb lassen sich zuschalten und auch die Lenkung funktioniert nach wenigen „Flugminuten“ am Stick der Fernbedienung.

Die Zuschauer an diesem Tag haben ihren Spaß.
Die Schüler aber auch. Und das Ergebnis ihrer 3-tägigen Arbeit spricht für sich.