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"Die Russen kommen!"
Das Bildungsministerium der Moskauer Region informiert sich
Sie waren da, die Russen. Allesamt Frauen aus der Region Moskau. Insgesamt waren es 16 Damen, die sich der pädagogischen Arbeit mit Kindern im Kindergartenalter verschrieben haben.
Wie aus heiterem Himmel erreichte uns am 11. Oktober 2007 die Frage, ob wir bereit wären, am 07. November 2007 eine russische Delegation zu empfangen. Herr Nikitin von der INTAMT, Internationale Akademie für Management und Technologie e.V., stellte uns diese Frage.
Die Delegation wollte unsere Erzieherausbildung kennen lernen und erfahren, wir hier die "Kindergartenarbeit" betrieben wird. Natürlich sagten wir sofort zu. Die beigebrachten schriftlichen Unterlagen ergaben, dass sich die Delegation vom 05. bis 11. November in Düsseldorf aufhalten wollte um folgendes Thema zu bearbeiten: "Innovative Methoden der vorschulischen Kindererziehung: die europäische Erfahrung".
Die Pädagoginnen waren durchweg 16 Spezialistinnen aus der Moskauer Region. Frau Aboimova und Frau Vasilieva sind Vertreterinnen des Bildungsministeriums der Moskauer Region, Frau Osadcheva ist Direktorin des Istra, einem pädagogischen Kolleg, das "Erzieher/innen" ausbildet. Sie wurde begleitet von einem umfangreichen Leitungsteam und Lehrerinnen.
Im Gespräch kam heraus, dass man sich in Moskau, genauer gesagt im Ministerium und an dem Pädagogischen Kolleg, Gedanken über eine veränderte pädagogische Arbeit macht. Grundsätzlich neue Orientierungen will man dort finden, pädagogische Grundstrukturen sollen überdacht werden. Konkret erwartete die Delegation Informationen zu folgenden Aspekten:
- Vorstellung der Schule
- Organisationsfragen und Gestaltung der Ausbildung, Lehrplan
- Moderne Methoden der vorschulischen Erziehung
- Soziale Integration
- Sprachentwicklung und Sprachförderung
- Förderung kreativer Fähigkeiten
- Moderne Spielzeuge, Lehrmittel
Ein solches Programm kann eine Schule im Rahmen eines kurzen Besuchs nicht leisten. Diese speziellen Interessenbereiche forderten geradezu die Einbindung konkreter Praxis heraus, in der bzw. mit der die Delegierten ihre Neugier befriedigen könnten. Da die angefragten Praxisstellen allesamt am 07. 11. ihre Nikolausfeiern veranstalteten, wurde kurzfristig eine Umbuchung auf den 08. 11. vorgenommen.
Es ergab sich folgender Programmablauf am 8.11. von 10:00 Uhr bis 15:00 Uhr:
1. Vormittags:
Aufteilung der Delegation in 2 Gruppen. Je eine Gruppe besucht eine Tagesstätte für Kinder bzw. ein Familienzentrum.
Frau Schniewind, Leiterin der Städt. Tagesstätte für Kinder, Am Hackenbruch, und ihr Team, sowie Frau Heidrich-Schumacher, Leiterin des Familienzentrums, Am Pflanzkamp, mit ihrem Team, erklärten sich bereit, die Delegation zu empfangen. Beide Einrichtungen positionierten sich zu den erlebbaren Aspekten des Informationstableaus: Moderne Spielzeuge; Förderung kreativer Fähigkeiten; Sprachentwicklung und -förderung; Moderne Methoden der vorschulischen Erziehung.
Jeder der beiden Einrichtungen wurden 3 russisch sprechende Schülerinnen und Schüler als Schüler-Dolmetscher zur Seite gestellt. Insgesamt haben sich 6 Schülerinnen und Schüler als Dolmetscher/in zur Verfügung gestellt: Isolde Lapin (11KS); Elena Diz (11KS); Angelika Iltner (11KS); Artur Loguinous (11KS); Steve Vogel (13NP); Oxana Vainer (11HA2).2. Nachmittags:
Treffen aller Beteiligten in der Schulaula, die Vertreter/innen der Fachkonferenz Erziehungswissenschaft, die Schüler-Dolmetscher, die Delegation, auch die Leiterinnen der beiden Einrichtungen. Als staunende Gäste waren Schülerinnen und Schüler verschiedener Klassen anwesend.
- Kurzer Imbiss
- Begrüßung durch die Schulleiterin
- Kurzer Vortrag zur Erzieherausbildung in Deutschland
- Vortrag über die Erzieherausbildung an der Lore-Lorentz-Schule mit Aussprache.
Anschließend konnten sich die Delegationsmitglieder an Informationsinseln über die Tagesstätte für Kinder, das Familienzentrum und die Lore-Lorentz-Schule informieren. Die Informationsinseln waren besetzt mit Vertretern der jeweiligen Einrichtung. Frau Schniewind informierte über das Leben in der Tagesstätte für Kinder, Frau Heidrich-Schumacher über ihr Familienzentrum und die Kolleginnen und Kollegen über die Schule.
Gefragt, was die Delegation am meisten beeindruckt hat, waren es einmütig die große Freiheit der Kinder bei der Gestaltung ihres Tages, die Nähe der Erzieherinnen an der Entwicklung der Kinder, die Fröhlichkeit und hohe Selbständigkeit der kleinen Jungen und Mädchen.
Diese Freiheiten, Selbständigkeiten, Selbstsicherheiten wurden gleichfalls auf das Leben in unserer Schule übertragen. Die Verabschiedung war sehr herzlich, sie mündete in der gegenseitigen Zusicherung, weiter im Kontakt zu bleiben. Es ist sogar von einem Gegenbesuch die Rede gewesen.





